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Förderverein „Dorf Rittenhofen e.V.”

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Historisches Rittenhofen: Das Wasser
von Alfons Himbert

Der Brunnen Die erste Wasserleitung in Rittenhofen wurde 1908 verlegt - vom Frammersbronnen aus (jetzt Bramersbrunnen), ca. 100 m unterhalb des Staatsforstes Hohe First gelegen. Die Brunnenstube befindet sich auf dem Gewann "Hinter dem Bruchwäldchen". In die Brunnenstube kann man sieben Stufen hinuntersteigen bis zu den Quellen. Durch die Lage der Quelle bedingt (270 m ü. M., Hochbehälter in der Sprenger Straße, 258 m ü. M.), konnte die Wasserversorgung von Rittenhofen ohne Energieverbrauch, ohne Pumpenbetrieb und Pumpenwartung erfolgen.
Die Wasserleitung Außer der Wasserleitung von 75 mm Innendurchmesser wurde ein Überlaufrohr verlegt, um bei geringerem Verbrauch überschüssiges Wasser ableiten zu können. Im Verlauf der Wasserleitung von der Brunnenstube aus ist am Ortsausgang Schwarzenholzer Weg ein kleiner Raum mit einer Einstiegsluke. Dieser ist mit einer runden Eisenplatte abgedeckt.
Wasserzählung In diesem Raum befindet sich die Hauptwasseruhr und ein Abstellschieber. Der Gesamtwasserverbrauch wurde am Hauptwasserzähler im Schwarzenholzer Weg abgelesen. Pro Haushalt wurde ein kostengünstiger Preis berechnet. Erst 1940 wurden Wasserzähler in den Häuser eingebaut und der Wasserverbrauch konnte genau abgerechnet werden. Später wurde der Wasserbezugspreis dem der Gemeinde Köllerbach angeglichen.
Der Wasserverbrauch war anfänglich gering. Er wurde erst im Laufe der Zeit gesteigert durch erhöhte hygienische Ansprüche und technische Neuerungen, z.B. die moderne Waschmaschine, Bäder, WCs, ...
Der Bau Für den Bau der Wasserleitung hatten die Bürger von Rittenhofen damals die Arbeitskräfte für die Erdarbeiten zur Verfügung gestellt. Eine ca. 2,5 km lange Wasserleitung von der Brunnenstube bis zum Hochbehälter in der Sprenger Straße wurde verlegt. Zum Schutz vor Brunnenvergiftung wurde die Brunnenstube im ersten Weltkrieg 1914/18 von je zwei bewaffneten Dorfbewohnern bewacht. Einer der Wachmänner war Nikolaus Rupp, gen. Jeije Kläs.
Der Wasserleitungsverlauf In der Anlage Günther Schmidt unterhalb der Brunnenstube wird das Schwimmbad heute noch mit dem Wasser aus der bis dorthin intakten Rohrleitung versorgt. Im weiteren Verlauf ist die Leitung durch Grubensenkungen zerstört. Das Haus Schillo (Erbauer war der Schuster Mathias Schillo aus Noswendel und Margaretha Elisabeth Albert aus Rittenhofen) wurde 1876 in ca. 80 m Entfernung von der Rittenhofer Straße, Feldweg R ichtung Kohlenberg erbaut und wurde erst 1940 an die Wasserleitung angeschlossen. Nach freundlicher Mitteilung von Gregor Summer aus dem Hause Schillo hatte man vor 1940 das Wasser für den täglichen Gebrauch aus der Wasserleitung der Viehtränke genommen. Diese ist schon 1758 im Bannbuch Rittenhofen ( Tractus I Gärtten. Die Große Gärtten ) erwähnt: Nr. 104 Grundstück Jakob Woll, Garten an der Viehtränke .
Zu dieser Zeit wurde das Wasser aus dem Überlauf des Brunnens-Pützes hinter dem Anwesen Johann Arweiler im Weg Richtung Kohlberg in der Nähe der 2004 entfernten Freiheitskastanie in die Viehtränke geleitet. Heutiger Eigentümer des Weggrundstückes, auf dem sich der Brunnen befindet, ist Helmut Summer.
1908 wurde dieser an das Wasserleitungsnetz angeschlossen und war bis in die fünfziger Jahre in Betrieb.
Wassermangel Wenn es in trockenen Sommern der Nachkriegszeit (nach 1945) Am Amelsberg [Straße] zu Wassermangel kam, stellte der Bürger Johann Jungmann den Durchlauf des Wassers einige Stunden für das Unterdorf ab, damit der Amelsberg in dieser Zeit mit Wasser versorgt werden konnte.
Hermesbach Das Wasser des Hermesbaches kam früher und kommt auch heute noch überwiegend vom Überlauf des Bramersbrunnens und dem Hesselbrunnen. Der Hesselbrunnen, 300 m unterhalb des Bramersbrunnens, ist mittlerweile versiegt.
Er liefert nur noch Wasser als Winterquelle. Ehemaliger Besitzer des Quellengrundstücks war Katharina Himbert. Nachdem der Brunnen versiegt war, hatte sie dies der Grubenverwaltung gemeldet und Entschädigung beantragt. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung, dass das Wasser ja sowieso ungenutzt abgelaufen sei. Während der Erntezeit war das Wasser des öfteren als Trinkwasser benutzt worden und zur Kühlung bei der Butterherstellung.
Neue Leitung Das Wasser aus der Brunnenstube wurde Ende der 50er Jahre aus welchen Gründen auch immer verworfen. Es wurde eine neue Wasserleitung gelegt, die künftig aus der Quelle Lauterbach der Saarbergwerke gespeist wurde und noch wird. Der Wasserhochbehälter wurde stillgelegt und später abgerissen.
Bevor 1908 ein Anschluss an eine Wasserleitung möglich war, musste zuerst ein Brunnen-Pütz gegraben werden, damit ein Haus überhaupt gebaut werden und dann auch Haushalt und Vieh mit Wasser versorgt werden konnte.
Wäsche waschen Im 19. Jahrhundert hatten die Einwohner von Rittenhofen ihre Wäsche noch am Waschtrog des Hermesbachs gewaschen und auf der Wiese hinter dem Haus, gebleicht, erbaut 1751 von Nicolaus Rupp junior und Frau Anna Barbara Schu, später genannt Himbasch Haus, Stammhaus der Sippe Himbert im Köllertal. Jetziger Eigentümer ist Franz Altmeyer. Das Wasser war zu dieser Zeit noch quellrein. Der Waschtrog wurde in späteren Jahren als Viehtränke genutzt. Eigner der Wasserwerke Rittenhofen von 1908 war das Dorf Rittenhofen, später die Gemeinde Köllerbach und heute die Stadt Püttlingen.
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